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Passauer Neue Presse - 29.09.2019

„Nähe immer noch der heilsamste Faktor“

Seit 25 Jahren gibt es die Altenpflegeschule in Passau. Diese Woche feierte sie Jubiläum. Schulleiter Joachim Berga (56) über Vergangenheit und Zukunft der Einrichtung und der (Alten-) Pflege im Allgemeinen im Passauer Gespräch.


VITA:
Der Passauer Joachim Berga ist staatlich anerkannter Altenpfleger. Zehn Jahre hat er in der Pflege gearbeitet, bevor er sich zum Lehrer für Pflegeberufe fortbilden ließ. 1995 kam er als solcher an die Berufsakademie Passau, seit 2001 ist er dort Schulleiter der staatlich anerkannten Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe. Auch überörtlich engagiert er sich im Berufsverband für Altenpflege, zeitweise sogar als Landesvorsitzender.
 − dpl 

Herr Berga, was hat sich alles verändert, in den vergangenen 25 Jahren Altenpflegeausbildung?
Der erste große Umbruch war 2003 die Schaffung einer bundesrechtlichen Ausbildung. Zuvor gab es 17 Ausbildungen in 16 Bundesländern, das war ein schöner Flickenteppich mit zwei-, teilweise dreijährigen Modellen. Das Altenpflegegesetz hat außerdem einen echten Ausbildungsstatus etabliert. Mit Ausbildungsvergütung.

Hat sich die Altenpflege auch inhaltlich neu ausgerichtet?
Die Pflegeversicherung ist genau drei Monate jünger als unsere Schule, wir sind mit ihr mitgewachsen, sie hat die Altenpflege gravierend geändert. Es kamen die Qualitätsprüfungen des Medizinischen Dienstes hinzu. Das war ein Novum für die damalige Zeit, für uns als Schule aber immer auch Richtschnur. Die richtig große Herausforderung aber besteht ja erst im nächsten Jahr mit der generalistischen Ausbildung.

Welche Auswirkungen hat es, wenn es statt Altenpflegern nur noch Pflegefachkräfte gibt? Bleibt die Altenpflegeschule dann in ihrer jetzigen Form überhaupt noch bestehen?
Das Gesetz wurde 2017 verabschiedet, seitdem bereiten sich Bund und alle Bundesländer auf die Umsetzung vor. Das ist ja wirklich eine Zäsur, die jetzt passiert, weil die ursprünglichen Spezialdisziplinen der Pflege entsprechend aufgehoben werden und in einem Berufsbild verschmelzen. Also die Kinderkrankenpflege, die Altenpflege und die allgemeine Erwachsenen- und Krankenpflege werden zu einem Berufsbild „Pflegefachfrau“ oder „Pflegefachmann“ vereint. Wir werden damit zur Pflegeschule. Die Kinderkrankenpflegeschule wird auch zur Pflegeschule. Jede Schule wird aber ihren Schwerpunkt behalten.

Das bedeutet, Sie brauchen künftig neues Lehrpersonal, zum Beispiel im Bereich Kinderpflege?
Da ist natürlich die Qualifikationsfrage des Personals. Es gibt Überlegungen, inwieweit wir uns zwischen den Schulen unterstützen und Personal austauschen. Auch wenn sich die Kompetenzen im kleinen geografischen Raum ballen, wird es dennoch eine große Anpassungsleistung von allen werden. Das ist klar. Bei der Organisation der praktischen Ausbildung wird die Herausforderung am größten sein. Sogenannte Pflichteinsätze mit jeweils 400 Einsatzstunden kommen auf uns zu. Die Altenpfleger müssen künftig auch in der Kinderkranken- und Krankenpflege Praxis absolvieren und umgekehrt.

Kommt die spezifische Altenpflegeausbildung dann nicht zu kurz?
Die Befürchtung besteht in Kollegen- und Schulleiterkreisen durchaus. Aber ich glaube, die bayerischen Altenpflegeschulen haben sich ein Profil erarbeitet, mit dem wir auf Augenhöhe mithalten können. Allerdings bleibt die Frage: Wie können wir die praktische Ausbildung auch so attraktiv machen? Denn das ist einer der Knackpunkte in der neuen Regelung. Bislang gab es ja für die Ausbildungsstellen wenig bis keine Unterstützung, jetzt wird diese Anleitungszeit gesetzlich gefordert, aber auch angerechnet. Das ist natürlich eine ganz andere Vorgehensweise, eine ganz andere Voraussetzung, da kann ich ganz anders kalkulieren.


 Rahmenbedingungen passen nicht 


Besteht die Gefahr, dass dann, wenn die Schüler alles ausprobieren dürfen, sich die meisten für die Kinder- oder Krankenpflege entscheiden?
Das möchte man meinen, ist aber nicht so. Die Interessen sind genug verteilt auf den gesamten Pflegebedarf. Es gibt viele Kollegen aus der Krankenpflege, die sagen, sie hätten gerne intensiveren Kontakt zu den Patienten, was bei dem schnellen Wechsel im Krankenhaus kaum möglich ist. Und umgekehrt: Viele aus der Altenpflege möchten gerne medizinisch-technischer arbeiten. Wir brauchen alle Varianten in der Pflege.

Wo sind Sie selbst zur Altenpflegeschule gegangen?
In Regendorf bei Regensburg, die gibt es heute gar nicht mehr. Mich hat die Ferne gereizt, ab 1986 habe ich dann aber als Altenpfleger schon wieder in Passau gearbeitet. Zehn Jahre lang. Wenn man als Lehrer aus der Praxis berichten kann, ist das viel authentischer. Das begeistert die Schüler auch anders.

Wieso haben Sie sich für die Altenpflege entschieden?
„Schuld“ war ein Praktikum in der Fachoberschule. Mein Plan war zuerst eine Tätigkeit in Richtung Sozialpädagogik oder Jugendarbeit. Dann hat mich die besondere Beziehung zu den Menschen, die man in der Altenpflege aufbaut, fasziniert. Es ist ja nicht nur so, dass die nur was von uns bekommen, wir bekommen auch sehr viel zurück.

Wie viele Schüler hat Passau derzeit?
Wenn wir die Altenpflege, die Altenpflegehilfe und die Vorklasse zusammenrechnen, liegen wir bei knapp 200 zum jetzigen Schulbeginn.

Sind die 200 genug, bei dem Bedarf, den es derzeit gibt?
Der Bedarf ist momentan in Deutschland riesig. Wir erwarten in den nächsten zehn Jahren bis zu 50 000 mehr Bedarf an Pflegepersonal, vorsichtig gerechnet. Räumlich gesehen sind wir in der Schule in Passau im Moment aber gut ausgebucht. Wir sind auch überhaupt erst seit vier Jahren zweizügig.

Wurde zu lange Schulgeld für die Ausbildung verlangt und so der Beruf unattraktiv gemacht?
Das könnte ich so nicht sagen. Momentan sind wir schulgeldfrei, konnten uns meistens auch schulgeldfrei halten. Um 2009 aber wurde die Förderung vom Kultusministerium eingestellt. Da hieß es, wir müssen Schulgeld verlangen. Da haben die bayerischen Altenpflegeschulen in München Demos organisiert. Relativ flott wurde schließlich unter Ministerpräsident Seehofer wieder eine andere Richtung eingeschlagen. Im Moment sind wir jedenfalls relativ gut durchfinanziert.

Ist der Job an sich unattraktiv?
Ich würde gerne „Nein“ sagen, aber die Rahmenbedingungen lassen momentan wenig Attraktivität zu. Die Generation der aus der Schule entlassenen Schüler ist durchaus interessiert, einen Beruf zu ergreifen, der sozial ist, aber sie erwarten natürlich auch geregelte Arbeitszeiten. Die haben nichts gegen Wochenenddienste und Schichtsystem. Aber es muss einen geregelten Ablauf geben. Doch im Moment ist es in der Pflege in allen Bereichen so, dass die Anforderungen so hoch sind und sich die Arbeit so verdichtet, dass auch der Krankenstand relativ hoch ist, dass die Fluktuation relativ hoch ist, und dadurch natürlich eine geregelte dienstplanbasierte Arbeitszeit oft einmal nicht möglich ist. Da habe ich in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass weniger der Verdienst ein Problem darstellt, sondern die fehlende Möglichkeit, die eigene Freizeit zu gestalten.

Setzt die Politik insgesamt die richtigen Akzente?
Wenn man wirklich etwas ändern möchte, dann müsste man es im großen Stil tun. Die ganze Finanzierung der Pflege muss überdacht werden. Dann kommt aber auch mit Sicherheit auf die Gesellschaft die Frage zu, was ihr Pflege wert ist. Wir haben in der Gesellschaft relativ viel Rückhalt. Die zunehmende Zahl an Demenzbetroffenen in den Haushalten lässt gewisse Einsicht aufkommen. Aber es wird nicht billig.

Warum ist Pflege so teuer?
Weil sie personalintensiv ist. Und weil keine Reserve da ist. Wenn eine Einrichtung mit einem gewissen Personalschlüssel kalkulieren muss und da fallen zwei, drei Leute weg, dann bricht das ganze System zusammen. Das bekommt schnell eine verhängnisvolle Eigendynamik. Es ist auch gar nicht mehr einfach, Personal zu finden. Der Markt ist relativ leer.

Viele Altenheime setzen mittlerweile auf Fachpersonal aus dem Ausland. Und Gesundheitsminister Jens Spahn scheint sich mit seiner Reise nach Mexiko anzuschließen... Ein Zukunftsmodell?
Wir hatten auch schon mehrere Aktionen in diese Richtung. Zum Beispiel haben wir eine Klasse aus Mexiko geschult, die ihre Anerkennungsprüfung machte. Das sind sehr motivierte Leute gewesen.

Für die Bewohner in den Heimen aber eine gewisse Umstellung...
Es sollte nicht unbedingt das Hauptbemühen sein, die Pflegekräfte aus dem Ausland zu holen. Die sprachliche Barriere ist trotz allem zunächst vorhanden und macht es für die Bewohner schwierig. Sprache ist nunmal der erste Zugang zur Kultur. Und wenn ich Zugang zu Demenzkranken haben möchte, hilft es, an heimischen Aspekten anzuknüpfen. Heimisches Personal bleibt wichtig. Aber wenn wir mehr solches wollen, müssen wir die Rahmenbedingungen anpassen. Das Problem ist schon lange bekannt, das wird seit kohlschen Zeiten ausgesessen. Das ist ein brisantes Thema, das kostet Geld, nicht den Staat, sondern die Gesellschaft.

Die Zahl der Demenzbetroffenen...
...steigt kontinuierlich. Die Altenpflegeschule war letzte Woche ja auch im Rahmen der Bayerischen Demenzwoche aktiv. Es zeigt deutlich, welche Bedeutung eine Erkrankung bekommen hat, wenn ein Land schon eine Woche ausruft zum Thema.

Wie herausfordernd ist Demenz für die Pfleger?
Die Kunst in der Pflege Dementer besteht darin, sich auf das Niveau zu begeben, das der Demente vorgibt, und das ist nicht leicht, ihn dort abzuholen, wo er steht...


  Technik nutzen für mehr Zeit für den Patienten 


Apropos: Immer öfter gibt es in Altenheimen Schein-Bushaltestellen für Demente, dort sammeln sie sich und warten vergebens auf den Bus – statt auszubüchsen.

Es gibt vereinzelt solche Stellen, das stimmt. Das Gleiche funktioniert auch mit einem Postamt oder einer Telefonzelle. Die früher markanten Stellen, die in einem Ortsbild waren, sind Orientierungspunkte für Demenzkranke. Aber diese Punkte nutzen sich auch ab, das funktioniert meist nur eine Zeit lang.

Was könnte die Pflege künftig insgesamt erleichtern? Die Technik?
Vor zehn Jahren, wenn Sie mir die Frage gestellt hätten, war es undenkbar, dass ich mir das Wort „Roboter“ im Kontext der Pflege vorstellen hätte können. Mittlerweile ist die Robotik aber schon so weit fortgeschritten, es gibt schon so feine Sensoren und Sprachsteuerungsmöglichkeiten, dass ich mir durchaus vorstellen kann, dass Handreichungsdienste – zum Beispiel im Bereich Essen und Trinken – möglich werden. Nicht aber die Pflege selbst! Die nächste Generation an Pflegekräften wird eine geistig sehr mobile sein, durch die generalistische Ausbildung, aber auch durch die Möglichkeiten der technischen Entwicklung. Die klassischen Aspekte wie Nächstenliebe darf man nicht außer Acht lassen, aber die Möglichkeiten, die sich uns in der Zukunft bieten, erleichtern den Pflegealltag durchaus. Nur darf man dies nicht zum Anlass nehmen, erneut Personal zu streichen, sondern lieber dazu, den Beruf wieder attraktiver zu machen und die Hilfsmittel zu nutzen, so dass man wieder Zeit für einen Patienten gewinnt. Gerade in Zeiten, wo wir ständig von Technik umgeben sind, ist menschliche Nähe immer noch der heilsamste Faktor im Falle einer Erkrankung.

Interview: Daniela Pledl


Passauer Neue Presse - 26.09.2019

25 erfolgreiche Jahre

Altenpflegeschule Passau blickt zurück – „Herausforderungen mit Bravour gemeistert“


Glückwünsche zum Jubiläum (v.l.): Franz Thurner, Jürgen Dupper, Joachim Berga, Barbara Brauckmann, Gerlinde Kaupa, Generalvikar Dr. Klaus Metzl. − Foto: Rießbeck

Von Tilman Rießbeck

1994 wurde die Altenpflegeschule Passau gegründet, das ist nun 25 Jahre her. Am gestrigen Mittwoch feierten die Verantwortlichen gemeinsam mit Vertretern von Staat und Kirche im Restaurant Oberhaus die Erfolge der vergangenen Jahre und gaben einen optimistischen Ausblick auf die Zukunft.
Barbara Brauckmann, Geschäftsführerin der Berufsakademie Passau (BAP), erinnerte an die Ursprünge der Altenpflegeschule. Als Fachschule für Altenpflege stand sie bis zum Jahr 2003 unter dem Dach der Volkshochschule Bayern. Dann wurde sie in die BAP überführt. Diese war die erste Schulgesellschaft in Bayern, die Lehrer und Schulleiter als Gesellschafter beteiligte.
Mit der Überführung in die BAP kamen auch Herausforderungen auf die Schule zu. „Dauer und Inhalte der Ausbildung änderten sich“, erinnert Franz Thurner, leitender Regierungs-schuldirektor von Niederbayern. So dauerte die Ausbildung nicht mehr zwei, sondern drei Jahre, und inhaltlich richtete sie sich stärker auf die medizinische Pflege der Menschen aus. Die Altenpflegeschule habe diese Herausforderungen aber mit Bravour gemeistert, so Thurner. Das sehe man schon daran, dass sie zwei Klassen parallel unterrichte und durch die Ausbildung von Asylanten einen wichtigen Beitrag für die Integration leiste.
Dieser Einschätzung schloss sich Oberbürgermeister Jürgen Dupper an. „Die Altenpflegeschule ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Bildungs- und Pflegelandschaft in Passau“, lobte Dupper die Arbeit der Einrichtung. Sie gehöre zum „Maschinenraum der Gesellschaft“, in einem Bereich, der zwar nicht immer in der Öffentlichkeit stehe, die Gesellschaft aber dennoch intensiv präge.
Generalvikar Dr. Klaus Metzl erkannte in der Pflege ein Merkmal des christlichen Abendlandes. „Wir befinden uns in der jüdisch- christlichen Tradition. Die Lehren Christi sind der innere Beweggrund, weshalb wir uns um die Schwachen in unserer Gesellschaft kümmern. Die Altenpflege braucht immer Leute, die aus dieser Überzeugung heraus leben.“
Schulleiter Joachim Berga veranschaulichte die Geschichte der Altenpflegeschule auf humorvolle Weise an einem Meterstab. Dabei erinnerte er unter anderem mit Fotos an die familiären Anfänge der Einrichtung. Jedoch ließ er auch die tragischen Momente nicht beiseite. Dass im Jahr 2016 eine Schülerin vor ihrem Haus in Thyrnau ermordet worden war, bezeichnete er als die dunkelste Stunde in der Schulgeschichte.
Den Herausforderungen der Zukunft sieht er optimistisch entgegen. Im Jahr 2020 sieht sich die Schule mit einigen Umstellungen konfrontiert, diese will er mit seinem Team entschlossen angehen, wie auch schon im Jahr 2003. Seinen Optimismus teilt Landrätin Gerlinde Kaupa: „Mir ist nicht bange um die nächsten Jahrzehnte, in denen die Schule ihren festen Platz haben wird.“


Passauer Neue Presse - 20.09.2019

Leben mit Demenz

Demenzparcours der BAP schafft Verständnis

Die Schüler der Vorklasse der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe, mit ihrer Lehrerin für Pflegeberufe, Vera Fitzner (Mitte), durchlaufen in ihrem Unterricht ebenfalls den Parcours.
Die Schüler der Vorklasse der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe mit ihrer Lehrerin für Pflegeberufe, Vera Fitzner (Mitte), durchlaufen in ihrem Unterricht ebenfalls den Parcours.                                    - Foto: BAP

Eine Woche lang widmet sich Bayern dem Thema „Demenz“. Auch in Passau finden im Rahmen der „1. Bayerischen Demenzwoche“ Veranstaltungen statt. Am Mittwoch zum Beispiel hat die Berufsfachschule für Altenpflege der Berufsakademie Passau BAP einen Demenzparcours veranstaltet.

An verschiedenen Stationen konnten Nichtbetroffene die Herausforderungen, mit denen Demenzkranke im Alltag konfrontiert werden, selbst erleben. Ziel der Aktion, die auch fester Bestandteil in der Ausbildung von Altenpflegern ist, war es, Verständnis für die krankheitsspezifischen Probleme Betroffener zu schaffen.

Das Gefühl, eine scheinbar einfache Handlung nicht ausführen zu können, plagt Demenzkranke bei alltäglichen Aufgaben. Die motorischen Probleme wurden den Teilnehmern des Parcours nahegebracht, indem man sie vor die Herausforderung stellte, Probleme mit an sich niedrigen Anforderungen an die Hand-Auge-Koordination über einen Spiegel zu lösen. So mussten Interessierte an einer Station beispielsweise einen Schnürsenkel in einen Schuh einziehen und anschließend zubinden, wobei sie die Arbeit der eigenen Hände nur über den Spiegel beobachten konnten. Die spiegelverkehrte Wahrnehmung machte alltägliche Aufgaben zu ermüdenden Herausforderungen.

Auch die Beeinträchtigungen durch Sicht-, Gedächtnis- und Wortfindungsstörungen konnten die Teilnehmer an verschiedenen Stationen hautnah erleben. Sie mussten Gegenstände anhand von assoziativ gebildeten Bezeichnungen durch eine die Sicht verschlechternde Brille auswählen oder Kleingeld durch eine „Rauschbrille“ zählen. Während sie die Aufgaben absolvierten, zeigten sich die Teilnehmer nachdenklich. Einige erzählten von betroffenen Angehörigen, die sie nun besser verstünden. Andere äußerten Besorgnis hinsichtlich der eigenen Zukunft.

- tr


Passauer Neue Presse - 31.07.2019

Internationale Pflegekräfte

An der Altenpflegeschule bestanden 34 Pflegefachkräfte und 16 -helfer aus sechs Nationen


Die künftigen Altenpflegerinnen mit ihren Lehrern, Klassenleiterin Nina Eichelberger (kniend l.) und Schulleiter Joachim Berga (r.)      
- Foto: privat


Die erfolgreichen Pflegefachhelfer mit ihrer Klassenleiterin Ramona Vlatten-Kroiß (8.v.r.)                                     - Foto: privat


Die Altenpflegeschule Passau hat 50 Absolventen nach bestanden Prüfung entlassen. Es war ein international geprägter Jahrgang besonders bei den Pflegefachhelfern, wo Deutsche mit Schülern aus den USA, Vietnam, Syrien, Russland und Griechenland gemeinsam lernten.

Strahlende Gesichter bei der Abschlussfeier der Berufsfachschule für Altenpflege der Berufsakademie Passau (BAP) im Landgasthof Müller in Ruderting, als 34 Altenpflegerinnen und -pfleger ihre Prüfungs- und Abschlusszeugnisse in Empfang nahmen: Mit ihren Lehrkräften und 160 Gästen, darunter auch viele Vertreter der Ausbildungsstellen sowie BAP-Geschäftsführerin Barbara Brauchmann, feierten sie die erfolgreiche Beendigung ihrer dreijährigen Ausbildung.

„Sie sind die Kurse 16 A und B des Jahrgangs 2016, bei denen es nach mehreren Jahren wieder alle Schüler durch die staatlichen Prüfungen geschafft haben“, freute sich Schulleiter Joachim Berga. Mittels Videoeinspielung bezog er sich auf das Wahrnehmungsproblem des ersten Eindrucks, das in der Versorgung alter Menschen ebenso eine große Rolle spielt wie in der ersten Beurteilung von künftigen Mitarbeitern. „Riskiert den zweiten Blick. Erst dann kommen die Ressourcen des pflegebedürftigen Menschen zum Vorschein und können zu seinem Wohl genutzt werden.“ Berga appellierte: „Entdecken Sie sich selbst und finden Sie Ihren Weg in der Pflege. Nicht jeder muss ein hochqualifizierter Wundmanager sein, aber viele können Wunden auch durch Zuhören heilen.“

Klassenleiterin Nina Eichlberger dankte ihrem ersten Kurs an der BAP für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, nachdem sie die Klasse ab dem zweiten Ausbildungsjahr übernommen hatte. In Vertretung der zweiten Klassenleiterin Heike Ennser-Köppl bat sie die Schüler: „Bleibt nicht wie ihr seid! Ich wünsche, dass Ihr euch weiter entwickelt, neue Wege beschreitet und Neues entdeckt.“

Elke Glashauser, Maria Sonntag und Melissa Lindner aus der 16 A sowie Sabrina Brunner, Airin Hofmaier und Doris Ginglseder aus der 16 B wurden für besondere Leistungen mit Buchpreisen geehrt. Melissa Lindner und Doris Ginglseder erhalten ein Stipendium der Stiftung Begabtenförderung. Die Klassensprecherinnen Elke Glashauser und Lenka Bauer fanden viele Worte des Dankes für die Lehrer.

Knapp eine Woche später nahmen im Gasthaus Vogl alle 16 zu den staatlichen Abschlussprüfungen angetretenen Pflegefachhelfer ihre Zeugnisse in Empfang. Sie können künftig in Assistenzfunktion mit den Pflegefachkräften Hand in Hand arbeiten. Die Absolventen feierten ihren Abschluss gemeinsam mit Lehrern, Angehörigen und Vorgesetzten. Durchs Programm führte mit viel Charme zweite Klassensprecherin Afrodite Provida. Schulleiter Berga sprach über die Anforderungen an Fach-, Methoden-, Persönlichkeits- und Sozialkompetenz. Klassenleiterin Ramona Vlatten-Kroiß bedankte sich für die schöne gemeinsame Zeit. Mit bewegenden Worten verabschiedete sich Klassensprecherin Andrea Schrottenbaum.

Die besten Abschlüsse machten Petra Lukas-Kobler mit 1,0 und Irina Dunaev mit 1,2. Unter den Absolventen sind fünf Schüler, die ihre sprachlichen Fertigkeiten erst im Vorjahr in einer Pflegevorklasse so verfeinert haben, dass sie den Anforderungen einer staatlichen Prüfung gewachsen waren. Die Vorklasse ist ein Modellprojekt des bayerischen Kultusministeriums für Asylanten und Migranten, das an der BAP auch im kommenden Schuljahr weitergeführt wird. Plätze sind noch frei.

 − red

 

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17.10.2018

Tag der offenen Tür

Quellenhinweis „Passauer Neue Presse vom 17.10.2018“


Berufsfachschule für Altenpflege verabschiedet ihre Absolventen


27 Altenpfleger sowie 16 Pflegefachhelfer konnten an den Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe der BAP in Passau ihre Abschluss- und Prüfungszeugnisse in Empfang nehmen. Alle Schulabgänger sind bestens nachgefragt und können sich über ihre unmittelbare Übernahme vom Ausbildungs- in ein Angestelltenverhältnis oder über neue berufliche Aussichten freuen.

Vorklasse für Pflegeberufe: Vorzeigemodell für Bayern an der BAP


Mit der „Vorklasse für Pflegeberufe“ ging vergangenen Herbst die Berufsakademie Passau in einem Schulmodellversuch des Bayerischen Kulturministeriums neue Wege, dem akuten Fachkräftemangel in den Pflegeberufen entgegenzuwirken.

14 Absolventen erhalten Urkunden


Zwölf Frauen und zwei Männer haben an der Berufsakademie Passau ihre Weiterbildung zur Praxisanleitung in der Pflege abgeschlossen. Das Prüfungsgremium Joachim Berga, Maria Höfler und Jakob Schöfberger überreichte bei der Abschlussfeier im Hacklberger Bräustüberl die Urkunden.

Berufsakademie Passau bildet für die Azurit-Gruppe angehende Pfleger aus Vietnam sprachlich aus


Mit dem bairischen Dialekt tun sie sich noch etwas schwer, die 21 jungen Vietnamesen, die gerade mal seit sechs Wochen in Passau leben. Sie kommen aus verschiedenen Landesteilen Vietnams, aus Großstädten wie Ho-Chi-Minh-Stadt oder ländlichen Gebieten der weiten Ebenen der Flussdeltas von Rotem Fluss und Mekong.


2020 soll es losgehen mit der generalistischen Ausbildung in der Pflege. Dann werden mit dem im Sommer 2017 vom Bundesrat beschlossenen Gesetz zur Reform der Pflegeberufe die bisher im Altenpflegegesetz und Krankenpflegegesetz getrennt geregelten Pflege-Ausbildungen in einem neuen Pflegeberufsgesetz zusammengeführt – und damit auch völlig neu geregelt.

Projekt Vorklasse Pflege an der Altenpflegeschule in Passau bietet Migranten intensiven Deutschunterricht und ein Sprungbrett ins Berufsleben


Windorf. Gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt die Altenpflegeschule der Berufsakademie Passau (BAP) mit dem Projekt „Vorklasse Pflege“.

Altenpflege und Altenpflegehilfeschülerinnen feiern ihre Abschlüsse


Etwa 150 Gäste begrüßte Schulleiter Joachim Berga von der Berufsfachschule für Altenpflege der Berufsakademie Passau (BAP) jüngst zur Verabschiedung des zwanzigsten Kurses der Schule. 


Mit neuen Rekordzahlen schließen die Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe der Berufsakademie Passau gGmbH (BAP) das Schuljahr ab: 31 Schülerinnen beendeten ihre Ausbildung zur Altenpflegerin, 23 erreichten ihren Abschluss als Pflegefachhelfer in der Altenpflege. Nie zuvor konnte die BAP mehr Teilnehmer in den Pflegeberuf entlassen und so die hohe Nachfrage des Pflegemarkts bedienen.

Ab 2016 soll die generalistische Ausbildung Einzug in die Pflegebranche erhalten. Ein umstrittenes Modell, wie die MdL Walter Taubeneder und Dr. Gerhard Waschler bei ihrem Besuch in der Berufsakademie Passau ( BAP) erfuhren.

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